
BMW hat damit angefangen, mittlerweile machen es wirklich alle nach. Immer hat irgendwer gemotzt: Ja, das GS-Konzept ist schon OK, aber das ist so groß und schwer und hässlich. Aber immer wenn man irgendwo hinkam, stand schon eine GS da. Der Blick in die Verkaufscharts sagt noch immer, warum das so ist. Da haben die bayrischen damals was angefangen mit R80/GS! War ja mehr eine Undercover-Aktion von ein paar Ingenieuren anfangs. Hat der Vorstand dann widerwillig doch durchgewunken. Und das haben sie jetzt davon.
Die GS-Geschichte bewegte sich irgendwann ziemlich weit weg von der Ursprungsidee, aber bei BMW hatten sie ab der 1200er wieder halbwegs in die Spur zurückgefunden.
So richtig passt der Boxer vom Konzept her auch nur in die GS, da muss man ehrlich sein. Fährt zum Beispiel zwei britische Schöngeister rund um die Welt. Das muss man als gelungenen PR-Coup ansehen, den KTM versemmelt hat. Und dann gibts Leute wie Marcus. Alter Bekannter von mir, ziemlich krasses Racer-Viech, Aprilia Zweitakter, GIXXER 750 und so – immer schnell. Kauft sich die 1200er GS und ist glücklich damit und gar nicht viel langsamer. Da beginnt man diese GS-Geschichten langsam zu glauben.
2013 kommt der große Schritt. Warum der groß wird, hat zwei Gründe: der Luftboxer ist konzeptionell am Ende und die Konkurrenz schläft nicht. Deswegen kommt der Wasserboxer.
Der fährt in mehreren Versuchsträgern auf Teneriffa schon durch die Gegend. Fast ungetarnt. Wie man sieht, sieht man kaum was. Was so toll richtungsweisend sein soll jedenfalls. Alles an Ort und Stelle wie gewohnt bei dem Ding. Bis auf den Krümmer. Der geht nach unten weg, wegen der Flüssigkühlung muss der nicht mehr direkt im Wind stehn. Und die ganze Einlasserei nicht mehr vorm Schienbein des Fahrers – die spuckt jetzt von oben rein. Das Ganze wird also ergonomischer, leiser, sauberer und stärker werden, so ist das mit dem Fortschritt. Hoffentlich wirds nicht auch schwerer, weil das Rückschritt wäre.
Denn man muss sagen, dass erst jetzt auffällt, wie gut BMW in diesem Punkt ist. Die neue Konkurrenz fängt gut 20 Kilo schwerer an. Wenn sie nicht Ducati heißt, sondern auch zum Beispiel Kardan hat. Man braucht sich also keine Sorgen machen um den Begründer des Genres, der hat jahrelang fast allein auf der Weide gegrast und kommt 2013 mit noch heißerem Atem schon wieder aus der Tiefe des Raums in die Arena.
Quelle: Die Fotos hat wohl der Herr Höhne gemacht, vielen Dank dafür. Die fetteste Endmoräne mit Informationsgeröll findet man bei Adventure Rider. Da kann man sich durch knapp 80 Seiten scrollen. Und auch viel über Spekulationen zu Gewicht (240 voll) und Leistung (130PS) lesen.












